Fachlich top und innerlich am Limit

Fachlich top und innerlich am Limit

das bringt auf Dauer niemandem etwas.

Leider beschäftigen wir (mich eingeschlossen) uns mit mentaler Stärke oft erst dann, wenn es (fast) zu spät ist. Manche glauben, sie brauchen sie nicht. Andere belächeln das Thema. Wieder andere kommen gar nicht auf die Idee, sich damit auseinanderzusetzen oder meinen, keine Zeit dafür zu haben.

Wenn wir uns schon nicht aus Eigenverantwortung mit unserer mentalen Gesundheit präventiv beschäftigen (wollen), dann sollten wir das zumindest aus fachlichem Interesse tun. Denn Studien zeigen:
unser Mindset beeinflusst,
 – wie wir mit Stress umgehen,
 – wie souverän wir unter Druck agieren können,
 – und ob wir in herausfordernden Situationen sachlich und klar argumentieren können.

🧠 Wettkämpfe werden im Kopf entschieden – das gilt auch beim verbalen Schlagabtausch.

Auf einer Skala von 1–10 liegt das optimale Stresslevel für Herausforderungen aller Art bei 5 bis 6. Wer innerlich instabil, überfordert oder unsicher ist, rutscht bei kleinsten Auslösern leicht in einen Bereich, in dem klares Denken blockiert ist. Das gefährdet die Qualität der juristischen Arbeit.

Ich selbst habe mich erst im Zuge meiner Ausbildung zur dipl. Kommunikations- und Ausdruckstrainerin und meiner Diplomarbeit „Ausgewählte Aspekte der Kommunikation in der Anwaltschaft – ein Plädoyer, Kommunikation als Chance zu nutzen“ intensiv mit dem Zusammenspiel von mentaler Stärke und Kommunikation beschäftigt. 🎓 Ich wünschte, ich hätte dieses Wissen und Rüstzeug schon während meiner Zeit als Anwältin gehabt. Vieles wäre leichter gewesen.

Daher
 ➡️ sollte jeder präventiv an seiner mentalen Stärke arbeiten
 ➡️ und darüber hinaus müssen Soft Skills, allen voran Kommunikationsfähigkeit, und Resilienz fester Bestandteil der juristischen Aus- und Fortbildung werden.

Juristisches Fachwissen allein reicht nicht (mehr) aus, schon gar nicht in Zeiten von KI.